Das Polizeicafé - "Geschichten & Gedichte"

So ist das mit der Lüge

Mittwoch, den 13. Dezember 2017 um 08:34 Uhr |
Florian Leitgeb | Geschichten

So ist das mit der Lüge

Hast du kürzlich Tucholsky[1] gelesen? Nein? Du kennst ihn nicht einmal? Er war unter anderem ein Freund Erich Kästners. Unter dem Zeichen des Vergissmeinnichts bot er mit feiner Feder dem Dritten Reich und seinen Auswüchsen tapfer Paroli. Seine Bücher hat man verbrannt.
Er schreibt:
Die Engländer sind die Römer der Neuzeit.
Die Franzosen sind die Chinesen des Westens.
Alle Letten stehlen.
Alle Bulgaren stinken.
Russen unterschlagen Geld.

 

5 Minuten Weihnachten

Montag, den 19. Dezember 2016 um 12:19 Uhr |
Markus Schiffer | Geschichten

Ich laufe durch die Stadt. Ich muss noch ein Geschenk besorgen. In allerletzter Minute hat sich unsere Tochter dann doch noch umentschieden.
Mittlerweile bin ich schon im dritten Geschäft, alles bereits ausverkauft. Aber immerhin wurde mir in einer Filiale am anderen Ende der Stadt dieses blöde Teil reserviert. Ausgerechnet das Highlight des heurigen Winters. Wir haben es bereits in der Hand gehalten, aber ich habe gemeint, dafür ist unsere Tochter bereits zu groß – ja Pech gehabt. Deswegen trifft es jetzt auch mich, quer durch die Stadt zu hetzen. 

 

Die Welt ist wahnsinnig geworden

Mittwoch, den 04. Mai 2016 um 20:51 Uhr |
Florian Leitgeb | Geschichten

Die Welt ist wahnsinnig geworden! Das mag sich Mancher in diesen Tagen denken.
Nicht nur die Flüchtlinge; die Wirtschaftskrise u.s.w. Auch die Gefahr durch veraltete Atomkraftwerke ist noch immer aktuell. Aber wenn die Welt wirklich wahnsinnig geworden sein sollte, hieße das im Umkehrschluss, dass sie es vorher nicht war. Wann also ist die Welt demnach dem Wahnsinn verfallen? Die 68er waren schon ziemlich schräg. Ich war zwar nicht dabei, aber einerseits freie Liebe und Drogen, andererseits der alles beherrschende Vietnam-Krieg. Vielleicht geschah es da. Oder noch ein paar Jahre vorher die beiden Weltkriege. Vor allem der zweite verdient auf jeden Fall das Prädikat „Irrsinn“. Obschon – der erste mit dem ganzen Giftgas... Auch ziemlich krank.

 

Bus nach Hause

Freitag, den 25. März 2016 um 17:58 Uhr |
Florian Leitgeb | Geschichten

Als er nun endlich gezwungenermaßen im Bus saß, beschloss er, wie so oft, sich aus der Welt des Pöbels auszuklinken, die ihn so sehr anwiderte. Von den Kopfhörern aus führten ihn die Toten in ihre Welten. Ins Jahr 2525, zu den Affenmenschen und in das Zeitalter des Wassermanns. Sein Blick ruhte auf den bunten Linien, die auf dem Netzplan die Fahrtstrecken symbolisierten und durch das bescheiden reflektierende Plexiglas sah er im Widerschein seine Augen.

 

Welch Grauen musste ich erleiden

Mittwoch, den 29. April 2015 um 16:32 Uhr |
Hermann Szodl | Gedichte

Stille!
Welch heilige Ruhe mich umfängt.
Allein nur noch mein Wille,
zum Überleben er mich drängt.
Die Vergangenheit ging mir verloren,
Ich versteh die Welt nicht mehr.
Mein Geist steht vor verschlossenen Toren  
allein ich fürchte mich so sehr.
Erinnern!
Wenn ich nur wüsste was geschah.
Denn tief in meinem Innern
Liegt die Vergangenheit so nah.
Der Schock hält mich fest in seinem Bann.
Die Augen fest geschlossen.
Sie zu öffnen wage ich nur dann,
Wenn die Bilder der Erinnerung sind verflossen.

 

Leseprobe aus "Donauwölfe"

Freitag, den 20. März 2015 um 11:38 Uhr |
Hans-Peter Vertacnik | Leseproben

Hans-Peter Vertacnik - "Donauwölfe"

Ein Fall für Radek Kubica

Auszug aus dem Kriminalroman


Prolog

»Jeder von uns trägt ein Verbrechen in sich – ein schon begangenes oder eines, das seine Seele ihm abverlangt.«

Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe

* * * * *

1

An jenem Septembermorgen im Jahre 2013, an dem alles begann, war es stundenlang lau und meist sogar windstill. Die Stadt lag da wie gemalt. Eine kurze Phase der Ruhe war angebrochen, in der sich das Nachtleben dem Ende zuneigte, die Hektik des anbrechenden Tages jedoch noch auf sich warten ließ. Wien, die nach zwei verlorenen Weltkriegen wiedererstarkte Walzermetropole, genoss diese Pause, gähnte verstohlen und räkelte sich.

 

Donation Alphonse Francois

Donnerstag, den 05. Februar 2015 um 11:43 Uhr |
Christian Hanser | Gedichte

Düstere Nacktheit im Blute getränkt.
Gottes Antlitz zutiefst gekränkt.
Schreie aus der dunklen Nacht,
die Sklavin an den Herren gedacht.

 

Ode an ein geliebtes Mädchen

Mittwoch, den 21. Januar 2015 um 14:27 Uhr |
Christian Hanser | Gedichte

Stehst du wohl auf weiter Heide,
das Kleidchen wohl aus reinster Seide.
Du Geliebte bist die Schönste,
Gesicht wohl schön wie die Morgenröte.

 

Schwur an die Geliebte

Dienstag, den 13. Januar 2015 um 19:04 Uhr |
Christian Hanser | Gedichte

Ich sah in ihre Augen so klar,
gleichen einem Wasserfalle,
schimmernd, glitzernd Sternenmeer.
Hab mich verloren, hab es durchschritten,
des Mädchens Tor zur Seele.

 

Wellenwindzauberspiel

Samstag, den 03. Januar 2015 um 15:28 Uhr |
Christian Hanser | Gedichte

dein ist die Ferne, ergreifend nah am Horizont.
Blasser Traum in blauer Leere,
Ist es der Schutz ist es der Tod
treibend sanft in hoher Welle.
Energie verlässt die Blasen,
einem Kinderspiele gleich.

 
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