Der Meuchelmörder Ferdinand
Montag, den 12. März 2007 um 14:13 Uhr |
Steve Soon | Gedichte
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Der Meuchelmörder Ferdinand
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Als kleiner Bub war er oft krank
der Meuchelmörder Ferdinand.
Von Vater' s Schlägen rot blessiert,
mit Ledergürteln streng dressiert,
blieb Ferdinand auch nichts erspart,
denn nicht grad zärtlich, vielmehr hart
war auch die liebe Mutterhand
und Hass wuchs bald in Ferdinand.
Ein Hass, der sich auf Frauen legt,
die Ferdi meuchlings dann erschlägt.
* * * *

Zur Jugendzeit gab`s für ihn kaum
im Schlaf mal einen schönen Traum.
Nur wirre Kreis' und bunte Blitze
des Ferdinandes Geist erhitze,
ein böses Fieber ohne Ende
schaurig dröhnen Zimmerwände,
in der Schul' nur Kampf und Streit,
kein Spiel mal in der Zweisamkeit,
keine Plauderei, immer nur allein,
doch Ferdi wollt' was bess' res sein.
* * * *

Selbst die Lehre - öd und bieder
war dem Ferdi bald zuwider.
Spott und Hohn - tagein, tagaus,
Schluss, hört auf - und aus, aus, aus!
Der Druck im Kopf wird immer größer,
krampfhaft fest hält er das Messer,
innerlich die Stimme spricht
Ferdi tu' s, tu' s jetzt, tu' s nicht!
Die Gedanken schleudern schnell
Blitze zucken schwarz und hell,
ein tiefes Loch und nirgends Grund,
dem Ferdi steht der Schaum vor' m Mund
und immer schwerer wird sein Kopf
er packt die Frau an ihrem Schopf,
schnell und kräftig sticht er zu -
im Kopf kehrt ein die heil'ge Ruh'.
Stich um Stich und Hieb um Hieb
ein Wahnsinn war, was übrig blieb!
Nun liegt sie da, das arme Weib,
blut besudelt glänzt ihr Kleid,
das Auge bricht, die Seel` fährt raus,
ade du Welt - es ist ein Graus!
* * * *



 
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