Junger Polizist in Gefahr - Seite 3
Montag, den 22. Januar 2018 um 18:49 Uhr |
Hans-Peter Stepanik | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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Junger Polizist in Gefahr
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Dann, nachdem sie die dazugehörige Flasche aus dem Kühlschrank geholt hatte, setzte sie sich zu mir, und zwar - und jetzt blieb mir doch tatsächlich die Luft weg - direkt neben mich auf die Couch.

Mir wurde sofort unangenehm warm in meiner Uniform. Ich fühlte mich nicht gerade sehr wohl in dieser Lage, weil ich schon in etwa ahnte, wohin das hier führen könnte.

Schon nach wenigen Minuten, in denen wir uns über alles Mögliche unterhielten, begann sie, ihren Schmuck abzunehmen und auf den Tisch zu legen.

Fast gleichzeitig rückte sie näher an mich heran und wollte mir meine Krawatte lösen; das war mir jetzt aber dann doch unangenehm. Mir war jetzt sehr heiß, die Uniform war plötzlich zu eng!

Gegen ihre ersten noch zaghaften Versuche, mir die Krawatte abzunehmen, wehrte ich mich sanft, aber erfolgreich. Sie ließ das dann sein, umarmte mich aber ganz plötzlich und begann, mich zu küssen. Obwohl ich mich auch hiergegen leicht sträubte, gelang es ihr aber dann doch, unsere Lippen zusammenzubringen. Sie hatte dabei keinerlei Kraft angewendet; es war viel eher eine zärtliche Entschlossenheit. Ihre Lippen waren wunderschön, einmalig und prall und sie fühlten sich herrlich weich und wunderbar an. Der herrliche Geschmack, der von ihnen ausging, war einmalig berauschend und süß. Wie die Kirschen in Nachbars Garten, dachte ich später immer wieder.

„So ungefähr könnte es sich wohl anfühlen, wenn eine Frau ihre Reize spielen lässt und damit beginnt, ihre Waffen einzusetzen. So kann sie bei den Männern alles erreichen und so wurden auch schon Kriege angezettelt!“, dachte ich bei mir.

Jetzt wurde mir die Situation aber dann doch zu unangenehm; ich war immerhin verheiratet, sie war verheiratet und ich war außerdem noch im Dienst. Außerdem musste ich immer wieder an den Ehemann denken. Was wäre, wenn der früher Feierabend hätte als gewöhnlich und plötzlich nach Hause käme? Niemals hätte ich unter diesen Umständen mit einer Frau guten Gewissens „knutschen“ können, auch wenn sie noch so schön und verführerisch war und sie mir auf jeden Fall genügend Appetit auf mehr gemacht hatte...

Deshalb wehrte ich die Schlange aus dem Paradies jetzt etwas unsanft ab, auch wenn es mir auch noch so schwerfiel. Ich wechselte ganz bewusst das „Thema“, um wieder etwas mehr Abstand zu bekommen und meiner Sinne wieder Herr werden zu können. Ich war hier wohl der Spielverderber, weil ich nun auf den eigentlichen Grund meines Besuches zu sprechen kam.  Das behagte der jungen Griechin offensichtlich überhaupt nicht. Dass ich im letzten Moment das Steuer herumgerissen habe, und das war, wie sich schon bald herausstellen sollte, auch ganz gut so - es war quasi die Rettung im richtigen Moment!

Als die hübsche Frau nämlich aufgestanden und aus dem Zimmer gegangen war, um nun endlich ihren Pass zu holen, war plötzlich und völlig überraschend ein Schlüssel in der Wohnungstüre zu hören. Unterdessen war ich vom Sofa aufgestanden gewesen und stand jetzt mitten im Raum. Und bevor ich noch richtig die Bedeutung dieses Schlüsselgeräusches realisieren konnte, ging die Wohnungstüre auf und ein schlecht gelaunter Mann stand in der Wohnung. Es war offenbar „ihr“ Mann, ebenfalls Grieche, groß und breitschultrig, ein Hüne von einem Mann.


 
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