Die Welt ist wahnsinnig geworden - Seite 3
Mittwoch, den 04. Mai 2016 um 20:51 Uhr |
Florian Leitgeb | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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Die Welt ist wahnsinnig geworden
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Wenn wir heute über Aufklärung reden; darüber, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen; wenn wir die Unmündigkeit wirklich ablegen wollen, dann tut es Not, zuerst einmal ganz tief in seinem Inneren selbst zu beginnen. Um zu erkennen, wo die helle und die dunkle Seite in mir liegen, muss ich konzentriert in mich schauen; Perspektiven ändern und das Unmögliche für möglich, das Undenkbare für denkbar halten! Und immer wieder, einem unschuldigen Kind gleich fragen: „Warum? Wozu? Wieso?“

Jeder Mensch, ja jedes Ding in dieser Welt strebt danach, sein persönliches Glück zu maximieren. Das ist auch gut so, doch wir dürfen dabei nicht außer Acht lassen, dass die Vermehrung meines Glücks meist die Verringerung des Glücks eines anderen bedeutet. Der Grad, auf dem man hier wandelt, ist mehr als schmal. Natürlich bekommt der Fair-Trade Bananenbauer mehr bezahlt als ein „normaler“ und wenn wir alle keine Bananen mehr kaufen würden, würde weder der eine, noch der andere auch nur einen Cent aus unserer Tasche verdienen. Aber wenn er nicht mehr für uns Bananen ernten muss, hat er die Chance, sie in seiner eigenen Umgebung effizienter zu verkaufen. Das könnte dann unter Umständen die Region stärken, die Arbeitslosigkeit senken und die Abwanderung in Großstädte verringern.

Die Erste Welt hat seit Ewigkeiten seine Mitmenschen im Rest der Welt auf die eine oder andere Art unterdrückt, ausgebeutet und so seinen eigenen Wohlstand vermehrt und gefestigt. Nun, das die Globalisierung und die Vernetzung der Welt bis in die hintersten Winkel vorgedrungen ist, realisieren die dort lebenden Menschen, dass es auch anders geht. Auch sie wollen jetzt aus ihrer Unmündigkeit heraustreten, auch wenn sie nicht immer selbstverschuldet ist. Auch sie wollen ein gutes und glückliches Leben. Aber wenn mehr Leute zur Feier kommen, muss man den Kuchen in kleinere Stücke schneiden, damit alle etwas davon abbekommen.

Wir müssen uns nur fragen:
Wollen wir das? Etwas abgeben von unserem sauer verdienten, mit Blut und Schweiß in unzähligen Kriegen und Bergwerken oder auf Plantagen erworbenen Wohlstand?

Und wenn wir das nicht wollen, sind wir bereit, der Armada von Hungernden die Tore zu verschließen? Sie aktiv oder passiv zu bekämpfen?

Denn was will denn der dreckige Flüchtling aus Afrika hier bei uns? Stehlen will er!

Unsere Jobs, unser Geld, unsere Frauen! So denken wir dann. Und bedenken nicht, dass unsere Vorfahren seinen Vorfahren alles geraubt haben. Eigentlich holt er sich nur zurück, was rechtmäßig ihm gehört. So bitter das auch für uns klingt. Denn was kann ich für die Sünden meines Vaters?

Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

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