Die Welt ist wahnsinnig geworden - Seite 2
Mittwoch, den 04. Mai 2016 um 20:51 Uhr |
Florian Leitgeb | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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Die Welt ist wahnsinnig geworden
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Was damals Gott und die Kirche waren, ist heute die Religion des Konsums. Wir entscheiden nicht mehr, was wir essen wollen. Eine App am Handy oder ein aufgeklebtes Öko-Label sagt uns, dass diese Bananen einen geringeren ökologischen Fußabdruck haben als jene. Und daher kaufen wir, um unser Gewissen zu beruhigen, die „besseren“. Schließlich will man ja nicht mit schuld sein an der Zerstörung der Natur. Dass der Natur in diesem Beispiel am besten geholfen wäre, wenn ich überhaupt keine Bananen kaufe, sieht man nicht.

Wenn ich jetzt gleich anrufe, spare ich bei diesem neuen, unglaublichen Staubsauger noch einmal sagenhafte € 30,-! -- - Andererseits, wenn ich mir dieses Ding gar nicht kaufe, spare ich 100%. Den alten reparieren zu lassen, kommt kaum noch jemandem in den Sinn.

Wenn Oma und Opa damals einen Kleiderschrank kauften, gingen sie davon aus, dass er auch noch von den lieben Enkerln benutzt werden wird. Heute undenkbar.

IKEA produziert ja nicht für uns, sondern für den nächsten Schrottplatz. Hauptsache, wir konsumieren.

Wenn eine Ölfirma wie BP wieder einmal ein havariertes Schiff zu beklagen hat aus dem tausende Liter Öl austreten, boykottieren wir als kritische Bürger diese Firma.

„Kauft nicht bei BP!“ Wenn man in dieser Aufforderung den Firmennamen gegen eine Religionsgemeinschaft austauscht, fühlt man sich unweigerlich 70 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt.

Dass BP und die anderen deshalb immer tiefer und mit immer mehr Risiko nach Öl bohren, liegt ja daran, dass wir mehr denn je nach diesem Rohstoff lechzen. Selbst wenn wir komplett auf Wind- und Sonnenenergie und Elektroautos umsteigen würden, wäre das Hauptproblem nicht gelöst. Wir würden uns noch immer gierig auf die Energie stürzen und weil sie ja umweltfreundlich und unendlich ist, kann die Gier immer mehr wachsen. Zu einem enormen Moloch, der im Endeffekt uns alle und sich selbst verschlingen wird.



 
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