Es geht das Gerücht, dass
Sonntag, den 18. Februar 2007 um 20:54 Uhr |
Hans-Peter Stepanik | Gedichte

Es geht mich ja eigentlich überhaupt nichts an,
aber an jedem Gerücht ist etwas Wahres dran;
so heißt es doch, die Rentner hätten keine Zeit,
und das heißt es schon fast eine Ewigkeit!

Dieses Gerücht hielt ich lange schon für eine Sage,
ich empfand die Behauptung schon fast als Plage;
deshalb sollte keiner das Gerücht noch schüren
und es viel eher als unwahr empfinden und spüren!

 Aber: Vieles sprach dann doch immer mehr dafür
und es veränderte sich langsam mein Gespür;
ob auf der Straße oder in der Warteschlange,
schon beim Zusehen wurd’ mir Angst und Bange!

Zeit können die Rentner wirklich keine haben,
sei’s beim Autofahren oder im Einkaufsladen;
sie hetzen immer und drängeln sich durch
als hätten sie ständig vor irgendwas Furcht!

Vielleicht haben sie ja Furcht etwas zu versäumen,
anstatt auf dem Sofa zu liegen und zu träumen,
oder den Rasen zu sprengen und die Blumen zu gießen
und die Zeit, die ihnen noch bleibt, voll zu genießen!

 Wie gesagt, so dachte ich für mich eigentlich jahrelang
und mir war es vor meinem Ruhestand niemals bang;
viele Jahre hatte ich mir Tätigkeiten aufgehoben
und auf den Zeitpunkt meiner Pensionierung verschoben!

Jetzt bin ich selbst schon einige Zeit weg von der Polente
und seit dem Sechzigsten in der wohlverdienten Rente;
schon jetzt weiß ich nicht, wo die Zeit hingeht, wo sie bleibt
und ich merke, ich hab’ einfach nicht genügend Zeit.

Ich habe für meinen Ruhestand von genügend Zeit geträumt,
stattdessen habe ich schon jetzt zwei wichtige Termine versäumt!
Und das, was mir für meine Vorhaben in Zukunft jetzt noch bleibt,
ist allen Ernstes einfach viel, viel, viel zu wenig Zeit!

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