Von der Faszination des Tötens
Dienstag, den 14. Januar 2014 um 11:09 Uhr |
Richard Lux-Rubenser | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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Das Opfer

Er läuft in einem leichten Trab über die morgendliche Sommerwiese. Soeben durchbrechen die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne den Morgennebel, der sich langsam aus der Lichtung hebt. Wie eine knorrige Armee tauchen die uralten Buchen und Eichen aus dem Morgendunst auf und verbreiten eine Kulisse der Geborgenheit. Wie ein heimeliger Mutterschoß umgeben sie die Wiese, die voller Blüten steht, die sich nun den morgendlichen Sonnenstrahlen entgegen recken.

Er hat heute schon ein leichtes Frühstück eingenommen. Vegan, so wie er es von seiner Mutter gelernt hat, bei der er aufgewachsen ist- Seinen Vater hat er kaum kennengelernt. Dieser hatte sich nur für seine Zeugung verantwortlich gefühlt und sich dann aus dem Staub gemacht. Später hatte er der Mutter seines Sohnes zwar wieder Avancen gemacht, aber sie hatte ihn immer wieder konsequent zurückgewiesen. So ist er das einzige Kind aus dieser Verbindung geblieben.
Er hat zwar ältere Geschwister. Aber auch die hatten bei seiner Geburt schon das mütterliche Nest verlassen. So ist der de facto als Einzelkind  zu einem stattlichen Mann herangewachsen. Sein Körper ist gestählt von der täglichen Ertüchtigung an der frischen Luft, seine Gesichtszüge sind ebenmäßig und absolut attraktiv. Er würde sofort als Cover-Modell für einschlägige Magazine durchgehen.

Mitten auf der Wiese unterbricht er seinen Lauf. Selbstbewusst sieht er sich um. Er atmet tief und regelmäßig. Seine ausgeprägte Muskulatur ist auch auf große Entfernung deutlich erkennbar. Er legt den Kopf in den Nacken und genießt sowohl die Wärme der ersten Sonnenstrahlen als auch die angenehme Kühle der frischen Morgenluft.Er weiß nicht, dass er nur noch wenige Sekunden zu leben hat…….



 
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