Wia's domois woa
Freitag, den 07. Dezember 2012 um 13:32 Uhr |
Josef Thaler | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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Wia's domois woa
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DER HL. JOSEF DAZÖHT

Hiaz is boid wieder Weihnachten und do wird wieder  viel gredt, wia des damois zuaganga is mit der heiligen Familie und so. Nau do ghear i hoit a dazua, obwoi ma sogn muaß, dass speda nimmer recht viel die Red is vo mir. Außerdem hot mi eigentli neamd so richtig g’fragt, wia’s mir in dera Zeit gaunga is. Und dazölln hob is ah neamd kinna. Des tua i ober jetzt.

Wia i zu da Maria kemma bin, des is a recht a komische Gschicht. I abs eigentli nia so recht woagnumma. Aber freili san mir uns dort oder do amoi übern Weg grennt. Auredn hab i mir’s net recht traut. Dabei hob i mir scho denkt, das sie was besonders sei muass. Weil a Ausstrahlung hat de ghobt, das de Leit eps scho gmoant hobn, sie muaß  vielleicht a Heilige sei. Mia is bei ihrem Anblick immer glei warm um’s Herz woan. Da hob i mir’s er st recht net auredn traut. Ober i hob’s dann do tau und siehe da, sie und ihr Familie hom jo gsogt. Des hot mi gwundert, weil i woa jo zu der Zeit a nimmer da jingste. Obwoi, so oit, wias in der Schrift dazöllt wird, bin i a net gwen, weil dann hätt i des Folgende net mehr dapocken kinna.
Nach jüdischem Brauch findet die Hochzeit erst noch einem Joar statt. In dera Zeit deaf ma si net näher kemma. Wanns wißts was i moan. Und daran hob i mi natürlich g’halten. Aber nach  a poar Monat, hob i gspiart, dass irgend wos is mit ihr. Und dann hob i gmerkt, dass sie schwanger is. Des woa a furchtbarer Schreck fia mi, weil i net gwusst hob, wos i toan sollt. Zerscht woar i zornig, weil i bin jo a a mau. Dann woa i nur mehr traurig und niedergschlagn. Weil auzoagn, des hob i net zsammbracht. Weil da warads noch jüdischem Gesetz gsteinigt woan. Na, des woit i net. So hob i ma denkt i, trenn mi in aller Stille vo ihr, obwoi sie gsagt hat, i brauch ma kane Sorgen mocha, weil eh olles guat wird und dass si sicher nix mit an aundern Mau g’hobt hat.
Und dann is mia im Traum a Wesen erschienen. Des muass sicher a Engel gwesen sein. Der hat mir gsagt, dass ois in Ordnung is und dass i mir koane Gedanken mehr mocha muass, weil bei dem Geschehen da heilige Geist im Spiel woar. Und ausserdem soi is jetzt erst recht heiraten, weil des so vorgsegen is. Und aus. Nau hob i mir denkt, dann wird’s woi so  gwen sei und je mehr i darüber nachdenkt hob, desto mehr hob i des glaubt, wos mir der Engel dazöht hot. Weil dass die Maria mit an aundern Mau wos ghobt hätt, des hätt schier net sei kinna. Ja und no was, der Bua, weil des hot der Engel a scho gwusst, dass des oaner wird, den soi i Jesus nenna. 
Nau und dann bin i hoit bei ihr bliebn. Die Schwangerschaft is immer weiter fortg’schritten und just am End, kurz bevor die Maria hätt niederkemma solln, is der Befehl vom Kaiser Augustus kemma, dass a Voikszählung gebn soi. Ein jeder soll mit seinem Weib und Kind in seine Vaterstadt kemma und sie registriern lassn, hot’s ghoaßn. Naja die Römer, des woan damals unsere Herrn, woitn hoit genau wissen, wieavü Leit dass zum Beherrschen ham und wiafü Steiern dass sie eintreibn kenna.
Des woa für uns aber koa leicht’s Unterfaunga, weil von Nazareth in Galiläa nach Bethlehem,  vo durt kimm i ja her, is a gaunz  a schener weiter Weg. Aber Befehl is Befehl und so ham uns mir auf den Weg g’mocht und ham uns eitragn lassen.



 
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