Kriegsweihnacht
Donnerstag, den 15. Dezember 2011 um 12:21 Uhr |
Hermann Szodl | Gedichte
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Kriegsweihnacht
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Tosen und Krachen, Schießen und Schreien.
Hinter der Mauer kauerte er, als einer von dreien.
Die Schlacht strebt dem Höhepunkt entgegen.
Furcht und Grauen beginnen sich zu regen.
Nein gewollt hat er den Krieg nicht.
Trotzdem zeigt ihm das Leben sein hässlichstes Gesicht.
Er kam doch auf die Welt um zu leben.
Die Kälte lässt seinen Körper beben.

Nässe und Dreck, er sinkt zu Boden, die Waffe fällt aus der Hand.
Mitten im Feindesfeuer, gedeckt lediglich durch die spröde Wand.
Zusammengekauert ein Bündel aus Angst und Not.
Seit drei Tagen kein Wasser und kein Brot.
Links und rechts fetzt es plötzlich wieder in die Erde
Auf dass alles Leben erlöschen werde.
Glut und Eisen erfüllen die Luft.
Der Tod unablässig nach seinen Opfern ruft.


Und mitten in diesem Inferno verspürt er einen Drang ganz tief.
Ja ich schreibe meinem Mütterlein jetzt einen Brief.
Mutter, oh meine geliebte Mutter.
Er holt einen abgegriffenen Schreibblock aus des Mantels Futter.
Wie in der holden Kindheit Tage,
Rief er nach seiner Mutter,  keine Frage.
Immer wenn es Böse wurde und er  in Bedrängnis war
Sie gab ihm das Gefühl von Geborgenheit immerdar.



 
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