Das Normannenlied
Freitag, den 28. Oktober 2011 um 11:54 Uhr |
Hermann Szodl | Gedichte
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Das Normannenlied
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Vor mir tobt die See und mit ihrer urgewaltigen Kraft
Schlägt sie an zerklüfteten Granit, einem Titanen gleich.
Bis einst sie es mit ihren tosenden Wellen schafft
Auszulöschen des Normannenvolkes Reich.
Der Odem von totem Fisch und Tang
Streicht mit in der steifen Brise.
Begleitet mich bei meinem schweren Gang
Über die blutgetränkte Wiese.

Der starke Wind lässt das Haar mir wallen.
Und sie die sagten ich wäre kein großer Held
Liegen hingestreckt,  zu hunderten gefallen
Auf dem weiten Schlachtenfeld.
Bedachten Schrittes über die Toten schreitend.
Zerschmettert liegen Freund und Feind.
Über die vielen tapferen Krieger welche mich stets begleitend
Im Kampfe seelenverwandt und mit mir vereint.

Sie wurden dereinst geboren so wie sie starben
Unter Schmerzen, ohne Hoffnung auf ein langes Leben.
Aber sie waren frei. Wenn verletzt sie jetzt auch am Leben darben.
Mögen die Götter einen schnellen Tod Euch geben.
Den Totenacker vor dem Feinde querend
Der Toten Zahl wie Sand am Meer
Die Auseinandersetzung sie war verheerend
Euch die ihr meine Klinge kreuzt, euch verachte ich so sehr.

Ein jeder ob Ritter oder ob Proleten
haben für mich das Höchste hingegeben.
Sie haben gekämpft und gelitten wie Kriegerpoeten.
Für die hehre Sache gaben sie hin ihr einzig Leben.
Mein treues Schwert „Frikka“ in der rechten,
In der Linken das runde Schild mit des Aaren Zier,
Um mich zu bekriegen auf Seiten der Gerechten,
Mit dem Feinde, welcher sich gebärdet  wie ein wildes Tier.

Mein Blick wendet langsam sich dem Feinde zu.
Am dritten Tag der Schlacht des Kampfes müde geworden,
Die Mitternachtssonne gibt meinem Herzen Kraft und Ruh,
Ist`s Zeit zu beenden das Kämpfen und das Morden.
Ihr die ihr euch der Götter Söhne nennt,
Über euch breche ich nun den Stock.
Ihr die ihr keine Reue und Gnade kennt
Lernt mich nun fürchten in meinem Waffenrock.

Haltend, einen Steinwurf vor der wartenden Feindesschar
Welche sich aufgebaut einer Mauer gleich
Um der Entscheidung harrend für jetzt und immerdar.
Sieg oder Eingang in das Totenreich.
Im wabernden Morgennebel Schild an Schild
Fratzen und Spieße mir entgegen gereckt.
Der Feind gebärdet sich wild
Am Feld der Ehre ist längst die Ehre verreckt.

Rhythmisch sie mit ihren Schwertern und Äxten auf die Schilder klopfen
So begleiten sie meinen Widersacher mit ihrem wilden Geschrei.
Während meine Wunden vom Blute tropfen
Bitte ich Odins Beistand mir herbei.
Mich plötzlich bückend und die Waffen fahren lassend
Ergreife ich den dort liegenden Bogen.
Mit dem Pfeil in die Sehne fassend
Schieße ich hinein in die feindlichen Wogen.

Einer der Gegner verstummt und zu Boden er geht
Sich vereinend mit der toten Heldenschar.
Zum Heben des Schildes kam er zu spät
Nun,  er wird es büßen für immerdar.
ARNHOLD wird mein würdiger Gegner sein,
Er wird gegen mich streiten.
Schon sein Name geht durch Mark und Bein,
Er gilt als Herold in den nördlichen Breiten.

Was die Schlacht konnt nicht entscheiden
Muss der Zweikampf jetzt erbringen.
Einer von uns muss den Tod erleiden
Dem andern werden sie Heldenlieder singen.
Das Schwert in der Faust und den Schild wieder hochgenommen
In Erwartung auf den ersten Hieb.
Der Gegner in Rage über mich gekommen
Seine Streitaxt voller Zorn in meinen Rundschild trieb.

Während meine Bedeckung  zerbrach
Ich strauchelte ob der vehementen Wucht.
Nicht Fallen, um zu erleiden große Schmach
Sondern zu siegen war ich fest versucht.
Im Nachsetzen sein Schildbuckel noch meine Rippen traf
In mir fürchterlichen Schmerz entfachend
Ich mich mit Schimpf und Schande überwarf
Nach hinten auf den weichen Boden krachend.



 
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