Hier in Kittsee
Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 13:42 Uhr |
Daniela Bauer | Gedichte

Früher war´s in Kittsee ruhig und beschaulich. Ja, die
Ortschaft wirkte nahezu vertraulich.
Die Leute, zum Großteil freundlich und oft untereinander
verwandt,
auf der Straße hast du bald jeden gekannt.

Arbeit war schon immer da, das Ausmaß jedoch
ein ganz anderes war.
Mal ein Blechschaden da, mal ein kleiner Fall dort,
Unruhe war selten im Ort.

Du konntest dich widmen, ganz anderen Sachen,
konntest in Ruhe den Verkehr überwachen.
Du konntest plaudern mit Leuten, wie es dir lieb.
Kaum die Gefahr, dass das Gespräch wird unterbrochen durch einen Dieb.

Schengenerweiterung war lang nur ein Wort.
Doch dann wurd´s ernst für Kittsee, den verschlafenen Ort.
Die Grenzbalken fielen, von Politik begrüßt und beachtet,
von den Menschen im Ort mit Skepsis betrachtet.

Vorbei war´s mit dem gemütlichen Leben,
auf einen Schlag hat´s das nicht mehr gegeben.
Alles war anders, von Heute auf Morgen,
das hat uns bereitet ganz große Sorgen.
Die Kriminalität hielt Einzug, mit wahrlich großen Schritten,
da half es dem Bürgermeister nicht,
um Grenzschließung zu bitten.

Mit der Arbeit kamen wir kaum nach,
auch wenn wir sie taten ganz ohne Gemach.
Ein Diebstahl hier, ein Einbruch dort,
schon wieder war ein Fahrrad fort.
Das Auto stehen lassen, einfach so?
Bewahre Mensch, es landet sicher irgendwo.
Die Haustür nicht verriegeln?
Das war früher, heute musst du sie versiegeln.

So mancher Mensch wurde mehrfach bestohlen,
allzu gern wollte er die Diebe versohlen.
Angst und Unruhe breiteten sich aus,
es gab Bürger, die trauten sich nicht aus dem Haus.
Als dann noch überfallen wurd´ die Bank,
lagen die Nerven bei vielen ganz blank.

Die Presse saß uns gar bald im Nacken,
sie berichtete von zahlreichen Fakten.
Kaum ein Tag, an dem da nicht stand:
„Kittsee. Ein von Kriminalität geplagtes Fleckchen Burgenland.“

Der beschauliche und brave Ort, er war nicht mehr.
Es musste Unterstützung von anderen Stellen her.
Um für die Sicherheit der Schäfchen noch mehr zu sorgen,
mussten wir uns hilfreiche Kollegen ausborgen.

Der Laden läuft trotz alldem erstaunlich gut,
weil jeder hier sehr fleißig seine Arbeit tut.
Weil jeder verfolgt, ein ganz großes Ziel:
Engagement und Kollegialität zu zeigen,
und davon ganz viel.
Und ist die Arbeit noch so schwer:
Gelacht wird täglich, und umso mehr!

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