Blutspende
Sonntag, den 07. Februar 2010 um 14:25 Uhr |
Hans-Peter Stepanik | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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...ist es ein Beitrag zur Nächstenliebe, Sucht oder gar falscher Stolz?

Für den 29. September 1994 hatte ich mir vorgenommen, zur Blutspende zu gehen, und das, obwohl diese Blutspendeaktion in Herbertingen, Landkreis Saulgau, also in einer Entfernung von ca. 45 km stattfand. Es war ein Donnerstag und der Termin war für mich ganz wichtig, weil ich die nächste Blutspende am 29.12.94 in meinem Heimatort Waldburg abgeben wollte und ich letztmals am 30.06.94 in Weingarten gespendet hatte. Zwischen den einzelnen Blutspenden mussten zu der Zeit aus gesundheitlichen Gründen mindestens 84 Tage liegen.
Ich hatte mir den Termin für diesen Tag aus einer Terminliste des Blutspendedienstes herausgesucht; gleich nach Dienstschluss fuhr ich in Ravensburg aus los.

Eine Dreiviertelstunde später kam ich an der Mehrzweckhalle in Herbertingen an, konnte aber keinerlei Aktivitäten des Deutschen Roten Kreuzes entdecken. Fand heute etwa doch keine Blutspende sattt?
In einem nahegelegenen Blumengeschäft fragte ich nach und es stellte sich heraus, dass der Termin tatsächlich schon in der letzten Woche stattgefunden hatte. Ich war mir aber sicher, dass ich mich in Datum und Örtlichkeit nicht geirrt hatte.

Nun stand ich da! Was jetzt? Ich war fast schon 50 km gefahren - sollte das jetzt etwa umsonst gewesen sein?

Zum Telefonieren hatte ich nicht genügend Kleingeld dabei, weshalb ich zum Postamt ging, mir die Telefonnummer der nächstgelegenen Rettungsleitstelle heraussuchte und einfach dort anrief. Diese Dienststelle befand sich in Biberach. Die Dame am Telefon war sehr nett und sie schaute in ihren Unterlagen nach; da war aber auch nur der heutige Termin bekannt. Sie riet mir dann, ich solle bei der Blutspendezentrale in Ulm anrufen. Sie gab mir die Telefonnummer durch.

Weil ich ohnehin meinem Ärger wegen des offenbar geplatzten Termins etwas Luft machen wollte, rief ich in Ulm an. Die Dame dort wusste zwar, dass der Termin in Herbertingen verschoben ist, wusste aber nicht warum.
Sie sagte mir dann, dass an diesem Tag unter anderem auch noch in Aalen und in Bad Mergentheim Termine stattfinden würden; ich könne aber auch jederzeit in der Blutspendezentrale in Ulm Blut spenden, fügte sie hinzu. Beides kam für mich aber momentan nicht in Frage. So gab ich für diesen Tag auf und fuhr direkt nach Hause.

Über Nacht hatte ich mir dann überlegt, dass ich am Freitag frei nehmen und noch am Vormittag nach Ulm fahren könnte, um meine Blutspende direkt in der Blutspendezentrale loszuwerden.

So fuhr ich um 09.30 Uhr in Ravensburg weg und war um 10.30 Uhr in Ulm. Beim Hineingehen sah ich die täglichen Spendezeiten, die an der äußeren Eingangstüre angeschlagen waren; allerdings vermisste ich die Angaben für den Freitag. Das konnte und wollte ich nun aber wirklich nicht glauben. Hat sich denn alles gegen mich verschworen? Trotzdem ging ich rein, meldete mich beim Empfang und machte meinem angestauten Ärger sogleich Luft.



 
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