Die teuren Miederhosen
Sonntag, den 14. März 2010 um 14:15 Uhr |
Johann Bednar | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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Die teuren Miederhosen
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Februar 1991, unser damaliges Büro befand sich schon am Flughafengelände im Objekt 800 im zweiten Stock. Josef (Pepi) K. Wolfgang K. der Martin P., und meiner Wenigkeit erledigten den Scheibkram, arbeiteten die Akte auf, die Statistik, die war ja und ist ja auch noch heute das wichtigste.
Irgendwann beschlossen wir, wir „pfeifen“ für heute auf die Akte und Statistik. Es war ja morgen, oder übermorgen auch noch ein Tag.

Kreuzschnapsen war angenehmer und so spielten wir halt einige „Pummerln“ aus. Rupf stand plötzlich im Zimmer, denn in der Spielhektik hatten wir nur Augen und Ohren für das Spiel, eh klar. Er sagte nichts. Kiebitzte in die Karten und meint dann trocken: „Die Maschine aus Frankfurt machen wir heut noch“!
Na sicher Chef machen wir doch.
Da aber noch Zeit war ging die fröhliche Schnapsrunde munter weiter.
Wir brachen dann auf, die kleinen Streitigkeiten wer wann „geschummelt“ hätte, waren vergessen, ab zum Flughafen.
Wir kamen gerade rechtzeitig, die ersten Passagiere der LH aus Frankfurt standen schon an dem Förderband und warteten auf ihre Koffer.
Eine kleine Frau, sie war sicherlich aus dem Südamerikanischen Raum, nicht unhübsch, erregte unsere Aufmerksamkeit. Nicht, dass Sie denken, wir schauten nur, da sie hübsch war, nein, das würde uns ja nie einfallen. Ehrenwort.
Wir bemerkten dann, dass sie nicht alleine war, sondern ein älterer Mann war immer in ihrer Nähe. Sie sprachen miteinander, es fiel uns auf, dass sie auch flüsterten.
Ich weiß nicht mehr wer, aber einer von uns sagte: „Sie hat aber einen großen A“. Er meint das etwas ausladende Becken der Frau, das, wenn man genau hinsah, was wir jetzt auch taten, so gar nicht zu ihr passte.
Unsere Opfer hatten wir gefunden. Wir hielten sie an, zückten die „Bundesadler“ und begannen mit der Kontrolle. Jeder von ihnen hatte einen Koffer, die wir sorgfältig durchwühlten. Negativ! Die Reiseroute war von Santacruz via Frankfurt nach Wien. Als Reiseroute für einen Drogenschmuggel war das die super Route.
Wolfgang und ich schnappten uns den Mann zur Personenkontrolle. Rein in das kleine „Kämmerlein“ und raus aus der Wäsche. Der Mann, es war der 60-jährige Tullio T. zierte sich wie eine Jungfrau und wir mussten ein wenig nachhelfen.
Wau, das war ein Happen! Über der Unterhose kam eine Miederhose zum Vorschein. Ein Anblick für Götter! Umständlich zog er sie aus und reichte sie uns. Schwer war die Miederhose und einen Nabelbruch konnten wir bei Tullio auch nicht feststellen. Klar, voll mit Kokain war das liebe Höschen. Volltreffer!
Eine Kollegin untersuchte dann die Frau, die 41-jährige Maria S. und auch sie trug so ein lustiges Miederhöschen. Je 2 kg Kokain in den Mieder. Fein! 4 kg Koks hatten wir gefangen.



 
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