Der Koks-Wirt
Dienstag, den 08. September 2009 um 13:55 Uhr |
Johann Bednar | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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Der Koks-Wirt
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Mit den Kollegen aus England hatten wir schon immer das beste Einvernehmen. Es war bei ihnen üblich, hatten sie einmal eine Suchtgiftspur aufgenommen, waren sie sehr interessiert, dass die Route der Suchtgifttransporteure wenn möglich bis zu den Endabnehmern verfolgt wird.
Eines Tages, wir „knotzten“ gerade so auf locker im Büro herum, rief ein Inselbewohner bei uns an, und sagte uns, dass ein größerer Suchtgifttransport unterwegs sei. Um welche Menge es sich handelt war ihnen nicht bekannt, sollte aber schon was Festes sein.

Die Route sollte über Bolivien, England, Wien und vermutlich zu den Endabnehmern nach Italien gehen. Ich, mit meinem Favoritner Englisch, bekam da gar nicht viel mit. Zum Glück hatten wir Kollegen, die diese Sprache besser beherrschten. Bei den Schmugglern sollte es sich um ein älteres Pärchen handeln. Näheres, wie genaue Flugdaten und Zeit war noch nicht bekannt. Sie würden sich aber bei uns melden.
Wir rieben uns die Hände im Büro, denn von den Engländern kamen immer heiße Tipps. Wir hatten gerade besprochen, ein paar Kleindealer hoch zu nehmen, verschafften diesen jedoch eine kleine Atempause, da die Information aus England ja sehr heiß war.
Am nächsten Morgen, wir waren kaum im Büro, schlürften noch unseren Morgenkaffee, waren die Kollegen aus England wieder am Draht. Am heutigen Tage, um 17:30, sollte die Ware, von Bolivien via London nach Österreich gebracht werden. Die englischen Kollegen würden in London zusteigen, und den Transport bis zu uns begleiten. Sie gaben uns auch die Namen der Transporteure durch. Ein gewisser Pedro D., 64 Jahre alt, und eine Laura M., 43 Jahre waren die netten Leute.
Wir im Büro grinsten uns eines, denn wir dachten uns, in Bolivien macht ein Altersheim einen Betriebsausflug, waren ja die zwei Transporteure nicht mehr die jüngsten.
Nun gut, jetzt mussten wir die Sache durch organisieren. Wir informierten das Ministerium, die damalige Suchtgiftzentralstelle II/8 und baten um Unterstützung, da wir ein Observationsteam benötigten, denn wir sollten die Spur der beiden Altspatzen so weit als möglich verfolgen.
Am Nachmittag „trudelten“ die Kollegen der EBS bei uns ein und wir besprachen die Vorgehensweise.
Unsere Truppe sollten die beiden Transporteure bei der Passkontrolle in Empfang nehmen, und die englischen Kollegen würden sich auch bemerkbar machen. Die Kollegen des EBS würden in der Ankunftshalle Aufstellung nehmen und zum Teil auch schon die Autos besetzen. Natürlich waren ja Funkgeräte schon erfunden und wir benützen sie auch, da wir ja nicht wussten, wie und womit die Reise weitergehen würde.
Fast auf die Minute genau landete die Maschine aus London und wir nahmen die Passagiere bei der Passkontrolle in Empfang.
Gleich die ersten beiden waren die englischen Kollegen, die uns deutlich zuzwinkerten und beinahe Knoten in die Finger bekamen als sie uns die beiden zeigten.
Wir konnten die zwei Suchgifttransporteure ohne Schwierigkeiten aufnehmen. Per Funk gaben wir den Kollegen Bescheid, und gaben die Personenbeschreibung der beiden durch. 



 
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