Die "Drachen" der chinesischen Mafia
Mittwoch, den 15. Juli 2009 um 13:14 Uhr |
Johann Bednar | Geschichten & Gedichte - Geschichten

13. Jänner 1992, ein brandheißer Typ trieb unsere Truppe zur Einreiskontrolle am Airport den an Bord des Lauda Fliegers NG 2 sollte sich Suchtgift befinden und über den Passagier welcher die heiße Fracht transportierte wussten wir nur, dass es sich um einen Asiaten handelt.
Gegen 14.00 Uhr, strömten die Passagiere des NG 2 in das Flughafengebäude und es befanden sich auch einige Asiaten an Bord, doch dem geschulten Blick der „Giftkieberer“ entgingen die zwei jungen Chinesen nicht, die sich da herumdrückten. Sie versuchten krampfhaft ihre Zusammengehörigkeit zu verbergen und gingen auch getrennt in die Ankunftshalle.
Also ab wie immer.

Wir teilten uns, und nahmen die beiden Figuren getrennt aufs Korn. Zum Förderband, abwarten welche Gepäckstücke zum Vorschein kamen und es klappte auch wie am Schnürchen. Der eine Chinese nahm eine schwarze Reisetasche auf und begab sich dann lässig zum Ausgang. Auch der zweite Mann kam mit einer ähnlichen Reisetasche angetrabt. „Geier“ zeigen, Tasche zerlegen und Gift finden, so einfach war es. 4.5 kg Heroin hatten sie je in den Reisetaschen in einem doppelten Boden verborgen. Die beiden 20- jährigen Chinesen Wang Kai Lamm und Wai Kwong Cheung wurden in unser Büro verfrachtet und nachdem wir nach langwieriger Suche einen Dolmetsch aufgetrieben hatten vernommen.
Keiner von den beiden konnte sich vorstellen wie das Gift in die Taschen kam, auch kannten Sie sich nicht, so sagte Sie uns zumindest.
Beide hatten die Ticket zum gleichen Zeitpunkt in Bangkok gebucht und beide sollten via Wien nach Amsterdam reisen. Ja, solche Zufälle gibt es! Diesen Scheiß glaubten ihnen natürlich nicht einmal die Damen der Heilsarmee. Aber es geht ja nicht um das „Glauben“ sondern um das „Beweisen“!
Wir waren mit den beiden noch beschäftigt als Kollegen der Passkontrolle anriefen und mitteilten, dass neuerlich zwei verdächtige Chinesen eingereist sind.
Also Vernehmung unterbrechen und ab zum Flughafen.
Die beiden hatten nur zwei mickrige kleine Koffer bei sich und sonst nichts. Keine Reisetaschen auf die wir eigentlich gehofft hatten. Bei der körperlichen Visitierung war ein Volltreffer angesagt. In einer Windjacke welcher einer der beiden anhatte zauberten wir nicht weniger als 5.8 kg Heroin heraus. Oh, welch herrlicher Tag. Bei dem zweiten Mann konnten wir zwar kein Gift finden, aber einen schönen Beweis. Er hatte nämlich Fotos von unseren zwei Kandidaten bei sich.
Uns war sofort klar was dies bedeutete. Der Mann mit den Fotos, Tan Tion Seng, 22 Jahre alt war der „Aufpasser“, die anderen zwei sowie der jetzige dritte Mann, der Ching Heng Meng 21 Jahre alt, die Transporteure.
Bei der Vernehmung bekam einer der Chinesen eine etwas lockere Zunge und sagte uns, dass noch einige Kuriere unterwegs seien.
Das Heroin sollte nach Amsterdam gebracht werden.
Wien war nur für einen kurzen Aufenthalt vorgesehen. Die anderen Chinesen, alle Angehörige einer Mafiaverbindung schwiegen wie es sich für einen anständigen Mafiosi gehörte. Auch hatten sie fast alle die gleichen Tätowierungen am Körper, sie zeigten die Zusammengehörigkeit zu der chinesischen Mafia. Warum gerade der eine etwas zugab weiß kein Mensch. Vielleicht waren wir ihm sympathisch.
In den nächsten zwei Wochen schlugen wir zu wie die Bösen. Am 12. Jänner 4 kg Heroin, 15.Jänner weitere 4.5 kg und am 29. Jänner neuerlich 4.5. kg.
Fast 28 kg reinstes Heroin schnappten wir den Brüdern weg, der Erfolg konnte sich sehen lassen.
Einige Tage später wurde ein Chinese am Flughafen in Salzburg geschnappt. Die Organisation hatte sofort reagiert und ein andere Route gewählt, aber das nützte ihnen auch nichts.
In Österreich war man auf Draht!

Die Chinesen versuchten dann über Deutschland nach Amsterdam zu gelangen, aber die deutschen Kollegen waren vorgewarnt und auch dieses Tor wurde zugeschlagen.
Es war dann ein Treffen in Deutschland, beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden angesetzt, an dem auch die Kollegen von Amsterdam teilnahmen und wir stellten fest,, dass den Chinesen über 100 kg Heroin abgenommen worden sind. Die Holländer waren natürlich heilfroh über diese Sicherstellungen denn sie hatten am meisten mit den Chinesen zu kämpfen, denn der Sitz der Europäischen Chinesen Mafia befand sich in Amsterdam.
Den Chinesen hatten wir in Zusammenarbeit mit ausländischen Dienststellen ganz schön das Gas abgedreht.

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