Die Miami-Connection
Sonntag, den 21. Juni 2009 um 13:12 Uhr |
Johann Bednar | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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Schauplatz Landesgericht Wien und Endstation für Todesboten aus Amerika.
Man könnte meinen, man befindet sich auf einer Modeschau von Lagerfeld und nicht in einem nüchternen Verhandlungssaal in Wien, denn wie Models betraten sechs Amerikanerinnen den Saal. Cindy, Cynthia, Melodie, Melanie, Kassandra und Sandra Manshock und man sah ihnen nur an den Gesichtern an, dass sie keine Top-Kleidung vorführten sondern vor den irdischen Schranken der Gerechtigkeit standen.
Die Schminke in den Gesichtern zeigten dunkle Rinnsale die sich Tränen gegraben hatten und die Schatten unter den Augen sprachen von einigen schlaflosen Nächten.

Die Luft in dem kleinen Saal war stickig und heiß als die Anklageschriften vorgelesen wurden und ab und zu knarrte eine Bank ansonsten war es still wie in einer Kirche. Immerhin ging es doch um 13 kg hochwertiges Heroin welches die Damen geschmuggelt haben. Weitere Angeklagte waren noch der Vincent, Michael, und Jonathan, gegen sie wurde gesondert verhandelt.
Mit ruhigen Worten las der Richter vor was am 13.März 1992 begann!
Ein mickriger anonymer Hinweis, dass sich am Flughafen „etwas tun werde“ war ja schön und gut, aber wir wussten nicht so recht, was wir damit anfangen sollten. Wir schauten uns halt die Passagiere etwas genauer an als sonst und so mancher Urlaubsreisender wird die „Kiebera“ ganz schön verflucht haben, die seinen Urlaubskoffer zerlegten und in der Schmutzwäsche wühlten und gar noch einige Stangen „Sargnägel“ fanden, aber die waren uns ja sowieso egal und wir griffen deshalb keinem auf die Arschbacken.
Kurz nach 13.00 Uhr landete die Lauda Air mit einer Boeing 767 Flug NG 2 aus der Thailändischen Hauptstadt Bangkok.
Wir standen bei den Kollegen in der Einreisekoje und eine Gesichtskontrolle war angesagt.
Zwei Kollegen waren in der Gepäckszentrale und schauten sich teilweise die Koffer schon an bevor sie auf das Förderband gelegt wurden.
Keine Ahnung warum uns eine hübsche Frau mit weißen hochhackigen Schuhen, rotes Kleid ins Adlerauge stach, aber wir schauten uns ihren Pass genauer an. Sandra, aus den USA, aus Florida, 29 Jahre alt stand im Pass. Ich will nicht sagen, dass sie auffällig gewesen wäre, ich glaube wir haben sie näher kontrolliert weil sie so hübsch war. Nein, dies ist nur ein Scherz, so etwas machen wir nicht!
Als dann ein Kollege aus der Gepäckszentrale angerauscht kam und uns sagte, dass eine Reisetasche vermutlich positiv sei, vergaßen wir die hübsche Maid und ab zum Förderband,
Wir wollten den Besitzer der Reisetasche haben!
Koffer für Koffer wurde vom Band genommen und unsere Schönheit stand auch am Band. Der Kollege schubste uns an und deutete auf die Tasche, die war es!
Als dann die „Hübsche“ auch noch diese Tasche nahm war die Überraschung perfekt. Nun war Eile angesagt, die Frau musste observiert werden, wir wollten schon wissen wer sie abholte oder was sie tat.
Wir waren die ganze Truppe, Wolfi, Martin, „Koksi“ Joschi und meiner Wenigkeit anwesend und klebten auf den Absätzen der weißen Schuhe. Sie ging ungehindert durch die Zollkontrolle und direkt zum Taxistandplatz.
Unseren Dienstwagen hatten wir in der Nähe des Sondergastraumes abgestellt und wir mussten uns beeilen. Martin und Wolfgang sprangen ebenfalls in ein Taxi, wir anderen sprinteten zu unserem Wagen. Vom Taxi aus erfuhren wir immer den Standort und wir hatten die beiden Taxis bald eingeholt. Die Fahrt ging zum Parkhotel Schönbrunn. Die Frau quartierte sich im Hotel ein und wir warteten was sich tun würde.



 
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