Die Super-Marlboro
Dienstag, den 07. April 2009 um 10:22 Uhr |
Johann Bednar | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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Die Super-Marlboro
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Von Kollegen aus London kam ein Tipp!
Ein Inder schmuggelt Suchtgift und ist bereits mit einer Maschine der AUA, Flug OS-894 in der Luft. Genauere Angaben konnten die Kollegen aus London nicht machen, sie hätten diesen „Zund“ erhalten, konnten die Maschine jedoch nicht mehr erreichen. Der ursprüngliche Kurs war von Dehli via London nach Wien.
Es traf sich an diesem Tag sehr gut, denn es war eine große Kontrolle am Flughafen angesagt, gemeinsam mit Kollegen der Zollfahndung. Kurs OS-894 sollte laut Plan gegen 21.45 Uhr landen und da es erst 14.00 Uhr war hatten wir natürlich noch jede Menge Zeit.

Insgesamt waren wir 8 Mann, 4 von uns und ein Hundeführer, der Hoffmann Hans mit seiner Schäferhündin „Britta“, ein super Hund was Suchtgift betraf. Wir machten unsere Kontrollen und mich sprang eine Dame an, welche im eleganten Pelzmantel beim Förderband stand, auf ihre Koffer wartete und ihren Gatten fest herumkommandierte.
Ein Pelzmantel ist ja an sich nicht außergewöhnlich aber wir hatten Juni?
Ich schubste den Kollegen von der Zollfahndung und machte ihn auf die Dame aufmerksam und freute mich über seine Stielaugen. „Zollkontrolle, Reisepass und Ticket, gnä Frau“ lächelte mein Zollkollege die Dame freundlich an. Sie wurde blass und ihr kleiner Mann bekam einen blutroten Schädel.
Laut Ticket kamen sie aus Spanien von einer Urlaubsreise und hatten den Pelzmantel natürlich in Spanien gekauft. Vom verzollen hatten sie nichts gehalten. Es gab ein Gezeter und Geschrei und ich konnte verstehen, dass sich die Dame von ihren Mantel nicht trennen wollte, aber ihr blieb keine Wahl und der Mantel wurde sichergestellt. Ich mischte mich in Amtshandlungen vom Zoll natürlich nicht ein, sondern stand nur da und schaute dem Treiben zu.
Eine Meldung der Dame riss mich aus meiner Voyeur-Tätigkeit: "Karle", sagte sie zu ihrem Mann, "mit diesem Mantel haben wir Pech, aber die Mäntel von den letzten drei Jahren haben sie nicht erwischt!"
Ich musste mich umdrehen, denn ein Lachkrampf machte sich in mir zum Ausbruch bereit und der Kollege rollte nur mit den Augen, schaute die Dame mitleidig an und meinte ganz trocken:
„So, Pelzmäntel von den letzten drei Jahren, ja da müssen wir ja eine Hausdurchsuchung durchführen.“
Nun schaltete sich auch der Gatte ein: "Du blöder Trampel, mit deiner saublöden Goschn, alles nehmen sie dir weg!"
Die beiden begannen zu streiten, dass es in der Hütte nur so qualmte, um ein Haar hätten sie sich noch gedroschen.



 
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