Prinzessin Melitta - Ein Küchendrama
Sonntag, den 17. Mai 2009 um 10:14 Uhr |
Richard Lux-Rubenser | Geschichten & Gedichte - Geschichten

 Es war einmal ein alter König namens Jacobs. Der Monarch Jacobs hatte eine junge schöne Tochter, die hieß Melitta und scherte sich keine Bohne um das Hofzeremoniell, denn sie war eine begeisterte Köchin. Da war sie immer mit vollem Elin bei der Sache. Schon am frühen Morgen stürmte sie in die Schlossküche und begrüßte den Küchenchef, während sie im Schlafrock einen Apfel aß. Also einen Apfel im Schlafrock. „Guten morgen Bosch, wo ist denn Ken Wood, unser Bauknecht?“.

In den Bauknecht war sie nämlich verliebt. Kein Wunder, der weiß ja auch was Frauen wünschen. Der alte König jedoch war strikt gegen eine Verbindung, denn der Bauknecht war weiß Gott keine standesgemäße Partie. Daher sagte er, sobald das Gespräch darauf kam, zu seiner Tochter: „Melitta, was filter… äh fällt dir denn da wieder ein. Das kommt ja gar nicht in die Tüte. Lass das mal meinen Kaffee sein.“

„Ich weiß nicht wo unser Bauknecht schon wieder steckt“, sagte der Küchenchef, „solingen suchen gehen?“
„Ah, eh geh schon,“ lachte die Prinzessin und hechtete zur Hintertür hinaus in den Küchengarten, wo sie mit einer eleganten Kasserolle landete. Der Garten war Philips Reich, denn Philip war der Schlossgärtner und ihr Vertrauter.
„Phillip, wo ist denn Ken Wood?“, fragte sie den Gärtner. „Das weiß ich nicht so gaggenau, aber ich glaub der ist da hinten irgendwo am Grundig kann’s aber nicht beschwören.“ Also bestieg Melitta ihren Geländewagen, einen Tchibo, und brauste auf der Suche nach ihrem Geliebten über das riesige Grundstück.

Bosch, der Küchenchef, war ein alter Schwerenöter, der bei jeder Tafel spitz wurde und einen Hang zum jungen Küchenpersonal hatte. Kaum kam eine Neue, begann er auch schon zu braten wie ein echter Fissler. Du verstehst? Fissler, braten ohne zu spritzen.
Heute machte er sich an die flotte Lotte heran, aber die wies ihn resolut zurecht: „Bosch, das maggi net. Lassens das, sonst zieh ich ihnen das Pfanni über ihr Backrohr!“, knorrte sie. „Jetzt mach doch kein Rama,“ entgegnete der Küchenchef, „wenn das meine Thea hört macht sie mir wieder einen Auflauf.“

In der Zwischenzeit hatte die Prinzessin ihren Bauknecht gefunden, der einen falschen Hasen jagte. Sie warf ihm heiße Negerküsse zu, während er sie mit gebackenen Mäusen verwöhnte, die er in der Nacht gefangen hatte.
„Ach mein Ken,“ seufzte sie, „wenn wir doch nur heiraten könnten.“
„Yes, we can,“ antwortete Ken, denn er wohnte in einer Baracke aus Bäumen. Also in einer Barack Obama. „Ich habe nämlich herausgefunden, dass ich ein uneheliches Präsidentenkind bin. Also lass uns heiraten, aber Espresso.“
„Ja, ich saeco es gleich meinem Vater“, jubelte Melitta.

Als der alte König das hörte, bekam er vor lauter Freude in seinem königlichen Pelzmantel einen Nerzanfall und starb an Ort und Stelle. Seine Tochter erbte das Königreich samt Heim und Herd und heiratete ihren Ken. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann kochen sie noch heute…

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