Mord im Alpenexpress
Dienstag, den 31. März 2009 um 10:00 Uhr |
Richard Lux-Rubenser | Geschichten & Gedichte - Geschichten

Ortler und Mandscharo saßen im hintersten Winkel der verrauchten Bahnhofsspelunke. In verschwörerischem Ton flüsterte Mandscharo: „Du musst diesen Schnüffler Watzmann endlich umlegen, sonst bringt er uns noch alle ins Kittchen. Ich hab schon Alpl-Träume wegen dieses Typs.“
„Dazu brauchen wir aber einen guten Plan….ai“, wandte Ortler ein.

„Pass auf, Watzmann fährt heute um 13:45 Uhr mit dem Alpenexpress nach Zürich. Das ist die Gelegenheit. Er sitzt immer an der Nordwand der Zugspitze im Stuhleck auf seinem Predigtstuhl. Du erkennst ihn an seinem Hahnenkamm. Außerdem hat er ein fürchterliches Lauberhorn im Gesicht.
Entweder jagst du ihm eine Zwölferkogel ins Gehirn oder du stößt ihm die Wildspitze Dolomiten in die Brust. Aber dieses Mal muss es schnell gehen und darf nicht so lange wie bei Schladminger Tauern. Sollten Mönch oder Jungfrau euch dabei beobachten so ist das Eiger Problem. Für die Flucht bekommt ihr von Schober Pass und falsche Ausweise.
Dieser Mord ist die einzige Chance die Ortler-Gruppe jetzt noch zu retten.“

Ortler überlegte lange bevor er antwortete:
„Du hast Recht, den Watzmann kill i Mandscharo!“

Pünktlich um 13:45 Uhr fanden sich Ortler, Loser und Schwab am Bahnsteig K2 ein und bestiegen den Alpenexpress, der sich auch sogleich in Bewegung setzte. Während sie der Zugspitze zueilten, passierte der Zug einen Rosengarten, drei Zinnen und einen kahlen Berg. In den Waggons herrschte das übliche Gesäuse. Es gab sogar ein Monte Casino, wo Pfänder-Spiele gespielt wurden. Aus einem Radio plärrte ein schwedischer Moderator: „Hoch König Karl Gustav, unser Wilder Kaiser!“, während sich im Speisewagen eine schlafende Griechin vom Obir Gänseleberpasterze und Krimmler Kees Grebenzen ließ.

Die Drei fanden Watzmann kurz bevor der Zug in den Arlbergtunnel einfuhr.
Ortler wollte ihm sofort mit einem Dachstein den Hahnenkamm einschlagen, da drückte der Lokführer das Nebelhorn. Ortler zögerte, und in diesem Moment betrat Watzmanns Assistent das Abteil. „Brenner, pass auf, wir sitzen in der Patsche….rkofel!“, brüllte der Kommissar. Brenner reagierte sofort und verpasste Ortler eine Gerade auf sein Matterhorn. Loser schlug er den hohen Zinken ein und Schwab trat er ins Kreuzjoch, dass es nur so raxte. Dann packte er sie alle am Schöpfl und zerrte sie wieder auf die Beine. „Komm hoch, Schwab“, knurrte er dabei. Dann fesselte er alle drei mit einer Nordkette.
Himalayarschundzwirn!“, fluchte Ortler, denn er wusste, dass er nun einige Jahre in der Hungerburg verbringen würde.

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