Jahreswechsel
Donnerstag, den 05. Februar 2009 um 00:00 Uhr |
Hermann Szodl | Gedichte
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Jahreswechsel
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oder: Die große Schlacht am 31. Dezember

07:00 Uhr
Der neue Morgen dämmert heran
Ruhig liegt da, Hain und Tann.
Die Luft ist klar die Sicht ist prächtig
Nur die Ruhe, die Ruhe ist verdächtig.

08:00 Uhr
Eine dünne Schneedecke liegt weit über das Land.
Der Blick der wandert zum Kalender an der Wand.
Die Lufttemperatur noch in der Toleranz
Ideale Verhältnisse für den nächtlichen Tanz.

09:00 Uhr
Wie ein Bienenstock das Hauptquartier
Boten und Späher treffen sich hier.
Die Vorbereitungen laufen für die heutige Nacht
Heute ist es soweit für die entscheidende Schlacht.

10:00 Uhr
Hie und da ein nervöses Krachen
Die Anspannung muss Luft sich machen.
Kurze Raketenüberfälle von der Nachbarschaft
Die Verteidigung hält und in der Front, keine Lücke mehr klafft.

11:00 Uhr
Der Generalstab gibt grünes Licht
Um Mitternacht über den Gegner das Inferno losbricht.
Der Gegner dem geht’s nun ans Haar
welcher dran glauben muss, ist das alte Jahr.

12:00 Uhr
Das alte muss weg. Platz für das neue gemacht.
Mit Waffengewalt wird die Tat jetzt vollbracht.
Im Guten hatte es keinen Sinn,
Was soll s jetzt dreschen die Raketen hin.

13:00 Uhr
Die Vorbereitungen laufen seit Tagen gut.
Die Front ist stark und hochprozentig ist der Mut.
Die Munition, gebunkert seit Wochen, ist scharf
Standfester Artilleristen, zum Verschießen es bedarf.

14:00 Uhr
Artilleriestellungen werden geschanzt
Der Tod für das alte Jahr, wohl Walzer hier tanzt.
Raketenstellungen werden ausgespäht
die Abschussvorrichtung gegen den Feind gedreht.

15:00 Uhr
Funkstille für den Rest des Tages, vom Generalstab befohlen.
Ein jähes Ende nimmt das Lärmen und das Johlen.
Denn zur Hebung des Mutes und der Kampfmoral
gab es Alkohol und das nicht zu schmal.



 
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