Der Sittenwächter
Samstag, den 03. Januar 2009 um 13:17 Uhr |
Thomas Angerer | Gedichte

Um abzunehmen ging ich laufen,
tat schon recht schwitzen und laut schnaufen.
Und als ich biege um die Ecken,
da musst mein Auge was entdecken.
Ich traute meinen Sinnen nicht,
sah ich doch dort ein rotes Licht.

In mir regt sich die Moral
und ich schrie laut auf: „Welch ein Skandal!“
Wir sind doch hier nicht auf dem Gürtel,
das ist hier ein seriöses Viertel!“

Ich laufe heim und schnapp die Feder,
schreib an die „Krone“ – die liest jeder.
Dazu „Kurier“ und „Österreich“,
na wartet nur, Euch klopf ich weich.

Niemand stellt mir hin so schnell
in meinem Grätzel ein Bordell!
Doch ich brauch auch Fotos, denk ich leise,
nicht für die Lust, nur zum Beweise.

In meinem Hirn entspinn ich Dramen
rund um die leicht beschürzten Damen.
Ich seh' mein Viertel schon im Wandel
vom Bürgertum zum Menschenhandel.

Dagegen muss man sich doch wehren,
ich start vielleicht ein Volksbegehren,
doch zuerst macht man sich Luft,
wenn man beim Bürgerdienst anruft.

Ich meld' mich dort als Sittenwächter
und ernte schallendes Gelächter.
Das Puff, sagt man, ob ich’s nicht wisse,
steht hier doch nur als Filmkulisse!

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