Ein schwarzer Tag
Donnerstag, den 01. Januar 2009 um 13:05 Uhr |
Johann Bednar | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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„Bärli“, so war der Spitzname eines Typen, den wir in einer Disco in Schwechat eingezogen hatten. 10 Gramm Shit fanden wir bei ihm, für die damalige Zeit, es war 1981, war es halt etwas!
Wer ihm den Spitznamen „Bärli“ zugedacht hatte, war mir eigentlich ein Rätsel. Seine Körperform, ähnlich eines Kugelfisches, an die 190 cm groß und alles andere als ein „Bärli“! Für mich war es schon ein ausgewachsener Bär.
Hinter seiner Körperfülle steckte jedoch nicht viel, als er uns gegenübersaß, dem R. Kurtl, H. (Bertl), Herbert, N. Karli und mir, weinte er bitterlich und schrie nach der Mama. Von einem Türken in Wien hätte er den Shit gekauft, nicht das erste Mal sondern schon des Öfteren.

Der Türke, ein junger Bursche, bezog seine Ware ebenfalls von einem Türken, einem schon älteren Mann. Na ja, das war ja schon etwas!
Wir „drehten den Bärli“ um und nun war er für uns tätig. Wir wollten alles über den Türken wissen. An wen er verkauft? Welche Menge? und so weiter. „Bärli“ spurte wie ein Langstreckenläufer, täglich rief er uns an oder wir trafen uns mit ihm und er berichtete! In einem Türkenlokal in Wien 7 lief immer der Einkauf.
Wir beschlossen das Lokal ein wenig „abzuschmieren“. Wir waren eigentlich nicht hundertprozentig bei der Sache, sondern machten dies eigentlich so nebenbei, neben den Kontrollen am Flughafen.
Zum „Schmieren“ war die Gegend dort richtig leiwand, gegenüber dem besagten Lokal befand sich auch ein Gasthaus und vom Fenster des Lokales sahen wir genau zu der „Türkenhütte“!
Der Wirt von dem Lokal, in dem wir die Stellung bezogen hatten, war so ein gemütlicher Wiener Wirt, er freute sich, dass „Kiebera“ in seinem Lokal waren, spendete ab und zu eine Runde und war der Meinung, dass Rauschgifthändler mindestens hundert Jahre eingesperrt werden müssten, wenn es nach ihm ginge.
Aber leider ging es nicht nach ihm!
„Bärli“ hatte den Auftrag, jedes mal wenn eine Kundschaft Ware gekauft hatte, sollte er vor das Lokal gehen und sich eine Zigarette anstecken.
Er rauchte wie ein Schlot und wir knipsten fleißig Fotos. Der Dealer, der in dem Lokal sein Giftgeschäft führte, war der Ahmed A., von ihm hatten wir schon richtige Passfotos und seinen Lebenslauf. Wir wollten jedoch mehr! Wir wollten natürlich seinen Lieferanten und zwar nicht mit einigen Gramm, nein sondern mit Kilos. Es muss sich ja auszahlen.



 
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