Eine sonderbare Schmuggelart
Dienstag, den 30. Dezember 2008 um 13:03 Uhr |
Johann Bednar | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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Eine sonderbare Schmuggelart
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Flughafen Wien/Schwechat, Reiseroute Bogota-Caracas-Zürich-Wien. Eine verdammt heiße Route, Martin P. und ich waren auf der Lauer. Die SR 432 aus Zürich war soeben gelandet. Wir hatten die Passagierliste schon vorher unter die Lupe genommen und es war uns nur ein weiblicher Passagier aufgefallen der von Bogotá via Caracas und Zürich nach Wien kam. Eine bekannte Route, nicht nur für uns, sondern auch für die Schmuggler.
Wir stellten uns in die Einreisekojen und begafften die Passagiere. Der Name der uns aufgestoßen ist lautete Sandra Z. Den Kollegen von der Passkontrolle hatten wir den Namen aufgelegt und schon stand die Sandra vor dem Einreiseschalter. Hui, eine richtig dufte Biene, laut Reisepass 18 Jahre jung. Ich meinte zu Martin dass dies eine „Niete“ sei, wir hängten uns trotzdem an sie rann und sie ohne ihr Wissen zum Förderband begleiteten.

5 große Kartons kamen zum Vorschein sowie ein Koffer. Sandra nahm das Gepäck auf und begab sich zum Zoll. Wir waren an der Reihe! Reisepass bitte! Gepäckkontrolle! Martin grinste die hübsche Maid an als wolle er sie zum Essen einladen, es war ihm auch nicht zu verdenken.
Das Mädchen lächelte uns süß an und wir waren nahe daran sie weitergehen zu lassen. Aber wir waren neugierig, wie es unser Beruf verlangte. Trotz allen Lächelns machten wir die Kartons auf und zum Vorschein kamen Plastikkanister. Wir stellten fest dass, es sich um Farbe handelt. Rot, blau, grün, ocker und schwarz. Martin und ich schauten uns blöde an. Farbe?
Mit der Sprache hatten wir Schwierigkeiten, sie sprach spanisch wir deutsch.
Wir organisierten von einer Fluglinie eine Dame die spanisch sprach. Sie hätte einen Freund in Wien, der wäre Maler und sie würde ihm die Farbe bringen! Wir hatten die Lady bereits zum Büro der Grenzkontrolle gebracht und machten uns halt so unsere Gedanken. Farbe von Bogotá nach Wien?
Merkwürdig?
Ich stocherte mit einem Lineal in der Farbe umher, hängte meinen Rüssel rein, nichts! Ein Kollege von der Grenzkontrolle kam zu uns und sagte uns, dass beim Informationsschalter in der Ankunftshalle sich soeben eine Frau nach unserer Sandra erkundigt hätte. Wir baten zwei Kollegen die Dame zur Grenzkontrolle zu bringen.
Im Laufe der Zeit wurde die hübsche Sandra immer nervöser und wir waren irritiert! Irgendetwas stimmte hier nicht? Was, konnten wir nicht sagen? Die Kollegen brachten uns die Abholerin, nochmals ein Hui, machten heute Schönheitsköniginnen einen Betriebsausflug?
Eine bildhübsche ca. 25 Jahre alte elegante Frau stand vor uns und fragte nach ihrer Schwester! Als sich die beiden „Damen“ sahen, wurden ihre hübschen Gesichter zu einer Maske. Wir wussten genau hier war etwas faul?
Wir konnten uns jedoch nicht vorstellen was! Wir ließen die Frauen von einer Kollegin (leider) visitieren, dies brachte jedoch auch keinen Erfolg.
Martin hatte dann eine zündende Idee. Ich muss vorausschicken, Martin war sowieso ein „Bastler“, würde er nicht bei der Polizei sein würde er sonst wo herumbasteln und experimentieren.
Martin nahm also etwas Farbe aus dem Kanister und trug die Farbe auf ein Metallstück das er von irgendwo aufgetrieben hatte. Er nahm sein Feuerzeug und zündete die Farbe an. Mir war gar nicht so wohl zumute. Eine unbekannte Flüssigkeit, Feuer?
Ich dachte da an Sprengstoff und anderen Dreck, aber ich schaute neugierig zu. Von der Farbe sonderte sich plötzlich eine klare Flüssigkeit ab und die Farbe verschwand! Das testen wir, schrie ich, Martin meinte - na eh klar. Er nahm einen Teststreifen für Cocain und hielt ihn in die Flüssigkeit. Beide schauten wir recht blöd! Der Teststreifen sprang an wie eine eins! Schöne blaue Farbe, wie es sich gehört!



 
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