Der Chef und die Kollegen
Montag, den 17. November 2008 um 13:00 Uhr |
Johann Bednar | Geschichten & Gedichte - Geschichten
Beitragsseiten
Der Chef und die Kollegen
Seite 2
Alle Seiten

„Django“, wurde der Spitzname von Oberst Alfred RUPF, jetziger Leiter der Flughafen Kripo und Suchtgiftgruppe. Als ich nach Schwechat kam, war er noch Oberleutnant und wohnte Wochentags in der Polizeidirektion Schwechat. Sein langer Weg nach Hause zwang ihn im Hause zu schlafen. Sein Spitzname wurde ihm im Zuge einer Amtshandlung wo er mit langem schwarzen Mantel, schwarzem Hut und einer UZI (Maschinenpistole) unterm Arm mitten auf der Straße stand. Wie ein Westernheld! Irgendein Pressemann gab den Namen „Django“ zum Besten.
Der Name begleitet ihn bis heute.

Rupf, ein angenehmer Mensch! Ich hatte in den ganzen Jahren seit ich ihn kenne kein lautes Wort von ihm gehört und verdammt, es gab genug Möglichkeiten um uns ordentlich den Kopf zu waschen. Er machte dies immer in seiner ruhigen ausgeglichen Art. Wenn er mal meinte wir wären ein paar Idioten, so nahm ihm das keiner krumm, denn da hatte er sicherlich Recht.
Ansonsten hatten wir freie Hand bei Rupf. Wir besprachen einen Fall mit ihm und schon zogen wir los. Als Rupf noch in der Direktion Dienst versah fuhr er natürlich bei den meisten Amtshandlungen mit, aber mit der Arbeit dann am Flughafen war seine Bewegungsfreiheit ein wenig eingeschränkt.
Ein Satz von Rupf: „Ein Akt muss nicht dick sein, sondern ein Täter muss darin stecken“! Er hat damit sicherlich Recht.
Bewundernswert ist auch sein Appetit! Schleppten wir uns nach erledigter Arbeit noch in ein Lokal oder zu einem Heurigen, dann schmatzte er die Speisekarte rauf und runter und meinte dann: Was Essen wir jetzt! Keine Ahnung wo er alles untergebracht hatte. Nun, schlecht schaut er ja nicht aus.
Auf alle Fälle ist er ein Vorgesetzter denn man sich bei Gott nur wünschen kann.
Mein langjähriger Weggefährte Kurt R. hatte schon wie erwähnt einige Zeit vor mir am Gift nebenbei gearbeitet und wir arbeiteten dann einige Zeit alleine zusammen. Ein sehr guter „Kiebera“, hatte seine Ohren überall und vor allem er kannte Schwechat wie seine Westentasche. Er war schon bei der Sicherheitswache in Schwechat, kurze Zeit Hundeführer und kam dann zur Kripo.
Ich erlaube mir zu sagen dass wir ein super Team waren. Nur wir zwei. technische Ausrüstung hatten wir 1979-1980 noch einen Dreck, aber unsere Motivation war damals der Ehrgeiz. Wir fuhren wegen einigen Rauchstücken Haschisch kreuz und quer. Heute würde man keinen Hund vom Ofen hervorlocken, wenn ein Informant anruft und mitteilt er wüsste 3 Gramm Haschisch in einer Wohnung. Damals sprangen wir auf und fuhren los als würde es um unser Leben gehen. Aber so ändern sich die Zeiten!
Kurt kann man auch als eine richtige „Wildsau“ bezeichnen. Ich erinnere mich an eine Amtshandlung wo ich als Aufkäufer in Erscheinung trat. Es war eigentlich dies das erste Mal damals. Es war eine Wohnung in Wien 10. Wir hatten erfahren dass dort ein Typ Shit verkaufe. Wir hatten eine Telefonnummer und ich rief dort an und sagte dem Kerl was ich wollte. In Ordnung komme vorbei meinte er! Wir zwei fuhren also zu der angegebenen Adresse und ich machte mir mit Kurt aus, dass ich in die Wohnung gehe und er solle genau nach 15 Minuten nachkommen. OK meinte Kurt, machen wir!



 
Template wurde mit www.template-builder.com erstellt - Copyright by Thomas Angerer