Drogendeal Wien - Libanon
Dienstag, den 21. Oktober 2008 um 12:30 Uhr |
Johann Bednar | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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Libanon - Wien, eine Reiseroute die uns schon lange im Magen lag, jede Menge Haschisch kam aus dem Libanon nach Wien und wurde hier verteilt. Dass Österreichische Dealer mitmischen war uns auch bekannt, aber bisher waren sämtliche Aktionen die wir gestartet haben ein Schlag ins Wasser. In der Wiener Szene konnte man den „roten Libanesen“ (Haschisch aus dem Libanon) in jeder Menge einkaufen. Nahmen wir einige Klein-Dealer fest, so waren die Antworten die man bekam sehr mager. Hintermänner die an die Dealer verkauften waren nicht zu fassen. Eines war uns klar, wir mussten den Flughafen „dicht machen“. Alle Routen aus dem Libanon, auch die Ausweichrouten welche möglich waren mussten wir „zerlegen“! Überstunden waren angesagt. „Django“ Rupf, damals noch Major war der Boss. Ich höre noch heute seine Worte: „Die Vögel müssen geschnappt werden, koste es was es wolle“.

18.Jänner 1980, wie streunende Hunde machten wir den Flughafen unsicher. Seit 05.30 Uhr, waren wir schon im Einsatz, jetzt war es bald 20.00 Uhr. Kurt R. mein Kollege stöhnte schon, als wir vermutlich den 100. Passagier filzten und die Koffer auseinander nahmen. Nichts, rein gar nichts kam zutage. Schmutzige Unterwäsche eine Stange geschmuggelte Zigaretten die uns nicht sonderlich interessierten war die Beute. Die Durchsage im Lautsprecher: „Landung der Lufthansa aus Frankfurt“! Nun, die Maschine nehmen wir uns noch zur Brust und dann ab zum „Tscherwie“, so nannten wir das Lokal „Tscherwenka“ in der Ankunftshalle. Die Luft am „Airport“ ist trocken und uns hängte die Zunge schon bis zum Bauchnabel.
Die Passagiere des LH-Fluges strömten in die Halle. Ein Linienflug, durchwegs Geschäftsleute. Unser „Dienstblick“ war schon ein wenig müde doch dann gab es uns einen Riss! Ein junger schlanker Mann, dunkles Haar, Oberlippenbart, gepflegt und südländischer Typ schlenderte durch die Halle zum Förderband. Der kleine Koffer in seiner Hand machte ihn zum erfolgreichen Geschäftsmann! Wir teilten uns, Kurt nahm die eine Seite des Förderbandes und ich die andere in Angriff. Wir klebten dem Typen auf den Fersen wie Wildhunde die eine heiße Fährte aufgenommen haben. Wir checkten ab, dass der Mann alleine war, keine Begleitperson die in unser Schema passen würde. Das Förderband lief an, Koffer für Koffer kamen zum Vorschein. Viele waren es nicht, Geschäftsleute! Die hatten meistens nur Handkoffer bei sich. Ein großer schwarzer Hartschalenkoffer stach uns ins Auge. Wem würde er gehören? Unser junger „Typ“ griff lässig nach dem Koffer. Der Bursche ging beinahe in die Knie als er den Koffer vom Band hob. An einen Gepäckwagen hatte er nicht gedacht!



 
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