Kreuz & Quer durch Brasilien
Dienstag, den 14. Oktober 2008 um 12:09 Uhr |
Werner Pöttinger | Geschichten & Gedichte - Geschichten
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2003 und 2004 bereisten wir die Länder Argentinien, Paraquay, Bolivien, Peru und Chile, zum Teil mit dem Motorrad und zum Teil mit dem Auto. Wir waren noch nicht einmal zu Hause, da beschlossen wir auch noch nach Brasilien zu reisen. Und diesen Gedanken wollten wir alsbald in einen fixen Plan umsetzen.

Anfang September 2007 war es soweit: Wir starteten unser Unternehmen: „Kreuz und quer durch Brasilien“. Für die zusammengestellte Reise sollten wir alles in allem rund 3 Monate brauchen. Nicht viel, wenn man bedenkt dass Brasilien mit einer Fläche von 8,512 Millionen km² das fünftgrößte Land der Erde ist. Zum Vergleich Österreich hat ca. 85.000 km², ist also rund 100-mal kleiner als Brasilien. Nahezu ein Jahr dauerten die Vorbereitungen auf die große Reise. Wird wohl alles klappen, wie wir uns das Vorstellen und wie wir es geplant haben?
Endlich war es soweit, die Abreise erfolgte von München über Lissabon nach Fortaleza.
Bei unserer Ankunft am Flughafen in Fortaleza fehlte eine von drei Reisetaschen. Und genau in dieser Tasche befand sich unter anderem das Unterwassergehäuse für den Fotoapparat. Wir blieben zwei Tage in der Stadt, in der Hoffnung, dass unsere Tasche wieder auftaucht. Die Hoffnung erfüllte sich leider nicht. So starteten wir mit unserem Mietauto - einem Fiat Palio - von Fortaleza durch das Landesinnere nach Brasilia, der einzigen futuristisch wirkenden Hauptstadt der Erde, einer in Beton gegossenen Stadtvision. Mit der feierlichen Einweihung der Stadt 1964 durch Präsident Kubitschek hatte sich für Brasilien nicht nur ein nationaler Traum, sondern auch eine Vorgabe der Bundesverfassung erfüllt.
Die kreativen Schöpfer Brasilias und seiner Bauten waren der Städteplaner Costa und der deutschstämmige Architekt Oscar Niemeyer. Der Stadtgrundriss entstammt den Konturen eines Flugzeuges. Den lang gestreckten Rumpf symbolisiert die überbreite Zentralachse mit je sechs Fahrspuren auf jeder Seite und einem Mittelgrünstreifen so breit wie ein Fußballplatz. Sie wird von der Rodoviaria durchschnitten, die mit ihren Quadern und Blöcken die Flugzeugflügel nachbilden. Brasilia erfüllt die Vorstellungen, was man sich von ihr architektonisch versprach.
Ein besonderes Bauwerk ist die Kathedrale Brasilias - ein Entwurf von Niemeyer. Das einer Krone nachempfundene Bauwerk wird von einer durchsichtigen Dachkonstruktion überspannt und der Innenraum mit Sonnenlicht überflutet. Blaue und dunkelgrüne, wellenartige Mosaikflächen setzen farbige Akzente und drei große herunterhängende Engel scheinen frei in der Luft zu schweben.
Eine Odyssee ist die Fahrt zum rund 1000 km entfernten Nationalpark das Emas. Anfangs befindet sich die Straße in einem guten Zustand, doch die Schlaglöcher vermehren sich rasant und nehmen an Größe zu, bis schließlich überhaupt kein Asphalt mehr vorhanden ist. So kämpfen wir uns langsam, aber sicher ans Ziel: das Dörfchen Chapadao de Ceu. Trotz unserer mangelnden Portugiesischkenntnissen hatten wir innerhalb einer halben Stunde ein Dach über dem Kopf, einen Führer und die Ausflüge (Bootsfahrt und Pirschfahrten im N.P.) organisiert. Sogar einen englisch sprechenden Dolmetscher nahm Luisian unser Führer für den Besuch des Emuparkes mit. Dieser Park wurde am 11.1.1961 unter Schutz gestellt und ist mit seiner einzigartigen Flora und Fauna einer der bedeutendsten Nationalparks in der innerbrasilianischen Buschsteppe. Die Hügel der Serra do Caiapo sind mit 1000 Metern die höchste Erhebung der Buschsteppe und Quellgebiet der Flüsse Araquaia, Taquari und Formoso und zugleich Wasserscheide zwischen dem Pantanal und dem Amazonasbecken. Die Landschaft ist geprägt von bis zu 3 Metern hohem Gras und tausenden von Termitenhügeln. Sie beheimatet viele seltene Tiere, die in anderen Schutzgebieten Brasiliens kaum noch anzutreffen sind, wie z. B. den Mähnenwolf, den Tapir oder den Ameisenbär, sogar Jaguare soll es hier geben.
Bis wir diese Tiere sehen, sollte unsere Geduld allerdings noch auf eine harte Probe gestellt werden.

Christusfigur in Rio de Janeiro
Foto: Werner Pöttinger - Christusfigur in Rio de Janeiro



 
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