Leseprobe aus "Zielscheibe Mensch"
Donnerstag, den 03. Juli 2008 um 12:41 Uhr |
Joachim Kalz | Leseproben
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"Zielscheibe Mensch -
Was Sie nie über mobile Einsatzkommandos der Polizei wissen wollten"
von Joachim Kalz
Erschienen im Verlag "Tredition"
ISBN: 978-3-86850-106-3


Auszug aus Kapitel 2

Es zeigt sich immer wieder, die aufregendsten Erlebnisse treffen einen total unvorbereitet - ja geradezu wie aus heiterem Himmel. Der Dienst in der Abteilung hatte inzwischen den Reiz des Neuen verloren. Routine begann sich breit zumachen. Die Aufstellung der Observationsgruppe war noch lange nicht abgeschlossen und man musste aufpassen, dass kein Frust aufkam. Die langweiligen BvD-Dienste trugen auch nicht gerade zur Erheiterung bei.

Es war der 30. Mai 1974.

Zwar ging an diesem Tag die Welt nicht unter, wie es immer wieder in dem Lied angekündigt wird, aber ich war für den BvD-Dienst eingeteilt. Der einzige Trost und Ausgleich war der freie Vormittag. Ich brauchte erst um 13.00 Uhr anzufangen und da meine Frau in dieser Woche ebenfalls Spätschicht hatte, nutzten wir die frühen Stunden für einen Einkaufsbummel. Wir genossen es damals schon, als einige der ersten Kunden durch Kaufhäuser und Geschäfte zu streifen. Unser Bummel durch die Innenstadt war eigentlich schon beendet. Wir befanden uns auf dem Weg zu unserem Wagen, der wie immer im Parkhaus abgestellt war. Die tollen Angebote waren nicht zu finden gewesen. Dafür brauchten wir aber auch keine Tüten zu tragen.
Langsam schlenderten wir durch die Große Packhoffstraße, warfen noch einen letzten Blick in die Schaufenster des Schuhhauses „gisy“ und bogen schließlich in die Andreasstraße ein. Wir hatten es nicht eilig. Keine fünfzig Meter von der Einmündung entfernt, ungefähr in Höhe des Fischrestaurants „Seestern“, hörte ich hinter uns das Laufen mehrerer Personen, die irgendetwas laut riefen. Mein erster Gedanke war: Da hat einer von den Ständern bei „gisy“ ein paar Schuhe geklaut.
Meine Neugierde trieb mich zur Ecke zurück. Vielleicht konnte ich ja einem Hausdetektiv behilflich sein. Sicherlich hat mir meine Frau noch hinterher gerufen, dass ich mich da nicht einmischen soll; ich hörte es jedoch schon nicht mehr.
Bevor ich einen Passanten nach den Grund der Rennerei fragen konnte, kam eine kleine Gruppe vorbeigelaufen, die immer wieder „Bankräuber, Bankräuber“ rief. 



 
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