Wie man's nimmt
Mittwoch, den 09. Juli 2008 um 10:09 Uhr |
Gerald Haindl | Gedichte

Ein Ochs im Joch zieht brav und wacker,
einen Pflug über den Acker.
Dahinter watschelt drein,
ein quietschvergnügtes Bäuerlein,
das auch noch ein Liedl singt
und ab und an die Peitsche schwingt.

Am Feldesrand da sitzt ein Has,
der eben noch ein Hälmchen fraß.
beäugt mit sichtlichem Genuss,
wie dieser Ochs sich schinden muss.

Nach einer kurzen Weil sodann,
der Hase spricht den Ochsen an.
Mir scheint´s mein Freund
und das mit Recht,
du bist ein willig dummer Knecht.
Zwar bist am Bauernhof der Brave,
nur sag ich´s dir du bist ein Sklave.

Mir hingegen macht es Spaß,
nur rumzulümmeln so im Gras.
Kenn keinen Herrn,
kenn keinen Bauern,
der mir könnt den Tag versauern.
Bin nicht mal meiner Häsin treu,
ich bin ein Hase frank und frei.

Im Busch ein Fuchs auf Lauer sitzt.
der lang schon auf den Hasen spitzt.
Ein flinker Sprung auf schnellen Pfoten,
der Hase weilt schon bei den Toten.

Der Ochse, der den Vorfall sah,
den tat dies recht entzücken,
voll Schadenfreude denkt er sich,
die Freiheit hat auch Tücken.

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