Jüngst weilte fern in Afrika
Mittwoch, den 09. Juli 2008 um 10:07 Uhr |
Gerald Haindl | Gedichte

Jüngst weilte fern in Afrika, ein kugelrunder Missionar.
Von seinem Auftrag ganz beseelt, hat er den Weg total verfehlt.
Er irrt im Busch, er schluchzt und schnäuzt,
ein Löwe seine Fährte kreuzt.

Der Gute hatte schon seit Tagen, kein zartes Gnu in seinem Magen.
Der kuglerunde Missionar, erscheint dem Leu zwar sonderbar,
jedoch, trotz mangelnder Behaarung,
dünkt er ihm dennoch gut als Nahrung.

Er schnurrt vergnügt, heut hab ich Glück
Und fasst das Pfäfflein am Genick.
Der Missionar, der ahnt- mit Recht
Die nächsten Zeiten werden schlecht.

Denkt an die Bibel noch, sein Buch
Und wagt noch einen Fluchtversuch.
Indem er fleht , oh Leu mich schone,
ich bin ein Mensch, der Schöpfung Krone
Ich bitte dich, sei doch kein Blinder
Wir Menschen sind doch Gotteskinder.

Er jammert laut in seiner Qual,
dem Löwen ist das schnurz egal.
Der nagt ihm ab das linke Bein,
mit mäßigen Genuss,
das viel zu fette Hinterteil,
verzehrt er erst am Schluss.

Dieweil er sinnend schmatzt und kaut
Und den Gottesmann verdaut,
entsinnt er sich an diesem Orte,
an des frommen Mannes Worte.

Der Mensch, er sei der Schöpfung Kron?
Da merk ich nicht sehr viel davon.
Für mich steht fest, ganz sonnenklar,
ein Gnu viel delikater schmeckt,
als so ein feister Missionar.

Drum Wanderer bist du mal da,
im kohlpechschwarzen Afrika,
als Kondomvertreter, als Dentist,
vielleicht nur als Pauschaltourist,
um dort nur so herumzulungern,
dadurch schon nahe am verhungern

und plötzlich steht ein Missionar,
ganz unversehens vor dir da,
wenn sich ein solcher Fall ereignet,
dann sei dir dessen eingedenk,
als Rohkost ist der schlecht geeignet.
Ich denk für mich, nur so im Stillen,
ist ein Missionar zu fett,
dann müsst man ihn halt länger grillen.

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