Des Abnehmen muaß ma vertrogn
Sonntag, den 12. August 2007 um 20:36 Uhr |
Josef Thaler | Gedichte

Essen tua i mit Genuß
Des bringt ma wirklich koan Verdruß.
Oft is es vielleicht a wengal z’vühl
Drum hab i seit neilich gar a komisch’s Gfühl.

Nau sitz I do in meiner Pracht
Und merk, wie mir die Hosen kracht.
Wann I was tua, muaß I glei schnaufen,
mit da Stiagn tua I nur raufen.

Heb I im Garten amoi den Krampen,
steht mir im Weg mei große Wampen.
Auch in der Liebe hauts net hin,
weil I halt übergwichtig bin.

Des muaß sie ändern, hab I ma denkt.
Mei Frau hat glei mit mir einglenkt.
Jawoll, I setz di auf Diet,
damit glei wegageht dei Fett.

Ja, hab I gsagt, I wers probiern.
I biet der Fressucht nun die Stirn.
Probiern toan d`Hund, sagt sie und lacht,
jetzt wird gsund glebt, bei Tag und Nacht.

Statt Butterbrot und an Kaffee,
gibt’s in der Fruah nur Kreitertee.
Zu Mittag nur no an Solot,
mei Mogn, der macht scho an Spogot.

Aufd`Nacht dann von der Gundbirn a Pürree,
renna soll I a no, des is sche.
Und `z’letzt im Kampf gegen das Fett,
a Turnstund no im Ehebett.

So gengan Tag und Wochen durch das Land.
Sche kloaweis bin nur am Sand.
Freilich bin I dünner wordn.
Obwohl, i war dabei bald gstorbn.

Mei Frau, de gfreit si, des is gwiss,
weil I halt nimmer so viel friss.
Doch immer öfter kommt ihr in Sinn,
ob I no der alte Josef bin.

Denn neierdings bin I recht grantig,
wann`s mi was fragt, dann wer I hantig.
Die Kinder gengan mir scho aus dem Weg,
weil I mi über ois aufreg.

Die Tochter sagt, gebt`s ihm zan essen,
sunst tuat er uns zum Ausgleich fressen.
Des hat mei Frau a wirkli gspannt,
drum gibt sie feierlich bekannt.

Ab heit gibt’s wieder Hausmannskost,
zum Trinken Bier und a an Most.
Denn oans waoß mei Lisi ganz gewiss,
is Magerl voll, moch I a freindlichs Gfriss.

So denk i mir bei diesem Spü,
z`wenig und z´vü is Narren Zü.
Als Resümee kann I nun sogn.
Des Abnehmen muaß ma vertrogn.

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