Russenmädchen

Donnerstag, den 18. Januar 2007 um 19:49 Uhr |
Steve Soon | Geschichten & Gedichte - Gedichte

Nadja hieß das schöne Mädchen
aus dem kalten Russen-Land
saß nur gram am Spinnenrädchen
Blut quoll oft aus zarter Hand.

Siebzehn Jahr` und voll der Blüte
ziert Verzweiflung ihr Gesicht
nicht mit Gnade, nicht mit Güte
zollt das Leben ihr Verzicht.

 

Kanaille

Donnerstag, den 18. Januar 2007 um 19:44 Uhr |
Steve Soon | Geschichten & Gedichte - Gedichte

Lange Haare, schöner Mund,
große Augen, tiefer Schlund,
kleines Näschen, Grübchenkinn,
toller Busen, Wespentaille,
spiegelt sich der Widersinn,
wenn es geht um die Kanaille!

Enges Top und kurze Röcke,
Rendezvous und geile Böcke,
roter Samt und Latex-Laken,
Neonlicht und grelle Typen,
hat die Sache einen Haken,
kostet Böcken viele Piepen.

 

Von Wadelbeissern und anderen Tieren

Donnerstag, den 18. Januar 2007 um 19:37 Uhr |
Steve Soon | Geschichten & Gedichte - Gedichte

Es ist bei uns ein Offizier
noch nach wie vor ein hohes Tier.
Respekt und Würde sind ihm eigen,
wird demutsvoll das Köpfchen neigen
wenn höh`re Tiere ihm erscheinen
um neue Tugenden zu einen.

Zum Beispiel "Untertänigkeit",
"Gehorsam" und "Verschwiegenheit"
und nicht zuletzt - ich bin vermessen -
das Wichtigste nicht zu vergessen:
die Form der "Willenlosigkeit"
bringt manche Herren ziemlich weit.

 

Überleben

Montag, den 08. Januar 2007 um 01:59 Uhr |
Nexus | Geschichten & Gedichte - Gedichte

Eine Stunde nach der anderen.
Ein Tag nach dem anderen.
Ein Jahr nach dem anderen.
Treffe Entscheidungen, mache Pläne, gehe ins Kino und fahre auf Urlaub, nicht aus Spaß daran, nein, nur um die Zeit zu überbrücken. Es vergeht, es ist zu schaffen. Ich überlebe. Aber ich lebe nicht.
Überleben nur aus Angst vor dem Tod?

 

Martina

Montag, den 01. Januar 2007 um 01:59 Uhr |
Thomas Angerer | Geschichten & Gedichte - Geschichten

Diese Geschichte ist kurz und erzählt von einer Frau, die ich eigentlich jünger geschätzt hätte, als sie wirklich ist. Macht aber nichts, sie ist sowieso verheiratet. Mit dem Bundeskanzler – sagt sie.
In Wirklichkeit wohnt sie, soweit wir das wissen, bei ihrer Mama. Martina ist über 50 und behindert. Sie hat Arbeit bei „Jugend am Werk“ und wenn man sie so auf der Straße sieht, merkt man es wohl kaum, dass sie nicht so ist wie die meisten von uns.
Das ist also Martina. Sie kommt regelmäßig in unsere Polizei-Inspektion, wartet artig in der Sicherheitsschleuse, bis sie die erste in der Warteschlange ist und läutet an. Wehe, wir haben nicht sofort Zeit, dann kann es sehr schnell vorkommen, dass sie Sturm läutet.

 
Template wurde mit www.template-builder.com erstellt - Copyright by Thomas Angerer